Nationalpark Đerdap

Alle, die Ostserbien besuchen, haben die Möglichkeit, die prächtige Đerdap-Schlucht zu bewundern –  Europas längste und größte Schlucht, die sich über 100 Kilometer des Donauverlaufs entlang der Grenze zum benachbarten Rumänien erstreckt.
Die Schlucht wird durch das so genannte Eiserne Tor (Gvozdena vrata) betreten, wo die Donau nach der Durchquerung der serbischen Ebene beginnt sich zu winden, als ob sie Kraft sammelt, um die Gebirgszüge zu durchbrechen und ihr Ziel zu erreichen.

Đerdap aus der Vogelperspektive

Die Schönheit und die imposante Natur von Đerdap lässt sich am besten von einem der Aussichtspunkte aus dem Blickwinkel der seltenen Vogelarten genießen, die hier ihre Heimat fanden, wie der Steinadler, der Kurzzehen-Schlangenadler, der Seeadler, der Schwarzstorch und der Gänsereiher.
Vom Veliki Štrbac Aussichtspunkt hat man einen guten Ausblick auf Mali Kazan (kleiner Kessel), eine von drei kleinen Schluchten, welche die große Durchbruchschlucht der Donau bilden.
Falls sie keine Lust auf längere Spaziergänge haben, befindet sich auf dem Weg nach Veliki Štrbac auch die Aussichtsplattform Ploče. Bereits von dort können sie den Ausblick auf Mali Kazan genießen.
Der Aussichtspunkt Kovilovo, der niedrigste unter den natürlichen Aussichtspunkten, ist ebenfalls empfehlenswert. Unter anderem wegen der gemeinen Schafgarbe, einer gefährdeten Pflanzenart, die nur hier aufzufinden ist, sowie der Aussicht auf die Poreč-Insel, die schüchtern aus der Donau herausragen, sobald der Wasserstand abfällt.

Dem Flusslauf der Donau folgen

Es ist nicht einfach zu entscheiden auf welche Weise man den Nationalpark Đerdap am besten besichtigt, ohne dabei etwas zu verpassen. Deshalb raten wir Ihnen alle drei Varianten auszuprobieren – fahren Sie mit dem Schiff über die Donau; nutzen sie die Hauptstraße, um den Nationalpark mit dem Auto zu befahren; oder spazieren Sie einfach zu Fuß hinein und betrachten Sie die außergewöhnliche Natur der Đerdap-Schlucht aus nächster Nähe.
Durch die Đerdap-Schlucht führt auch der Radweg EuroVelo 6, auch bekannt als Donau-Radweg, der die Atlantikküste mit dem Schwarzen Meer verbindet und dem Lauf dieses großen europäischen Flusses folgt, von Tuttlingen in Deutschland bis zu der Mündung in Rumänien.
Die Wanderwege variieren in Länge und Schwierigkeitsgrad. Daher wird empfohlen, sich vor Wanderungsbeginn über die Gegebenheiten zu informieren. Hierzu dienen Ihnen örtliche Wanerwegmarkierungen sowie Infotafeln. Der bekannteste Pfad unter ihnen ist Zlatno jezero, (Goldener See) welcher sich für alle Altersgruppen eignet.
Sie können den Đerdap Nationalpark auch in einem von der Parkverwaltung gemieteten Fahrzeug besichtigen.

Die Wiege der neolithischen Zivilisation

Historisch gesehen ist Đerdap einer der wichtigsten Standorte – nicht nur für Serbien, sondern auch international – da sich gerade hier die weltweit bekannte archäologische Fundstätte Lepenski Vir befindet. Hier finden Sie Überreste der neolithschen Zivilisation sowie die älteste urbane Siedlung auf europäischem Gebiet.
Nicht weniger bedeutsam sind auch die Denkmäler aus vergangenen Zeiten, z.B. aus der mächtigen altrömischen Zivilisation. Neben der Tafel des Trajans (Trajanova tabla) findet man hier auch die Überreste der Trajan-Brücke (Trajanov most). Dieser monumentale Flussübergang wurde im 2. Jahrhundert auf Anordnung des römischen Kaisers Trajan erbaut. Seine Aussage „es sei großartig, am Ufer der Donau zu stehen“ klingt auch heute noch genauso wahrhaftig wie in den Zeiten als die römische Armee diesen Weg tapfer entlangging, um die Daker zu bekämpfen.
Auf dem leicht erhöhten Donauufer, auch als Kartaš bekannt, werden noch heute Ausgrabungen innerhalb der altrömischen Militärfestungen Diana und Pontes durchgeführt.
Stolz am Eingang der Đerdap-Schlucht steht die Golubac-Festung (Golubačka tvrđava) aus dem 14. Jahrhundert. Im Zuge verschiedenster Eroberer, wechselten ihre Bewohner im Laufe der folgenden Jahrhunderte ständig. Im 19. Jahrhundert wurde die Festung dann endgültig dem damaligen serbischen Fürsten Mihailo Obrenović  übergeben.

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