Street-Art-Guide durch Serbien

Auf den Spuren der Murals von TKV

Auf Fassaden, die einst still waren, verweben sich heute Farben, Botschaften und Emotionen und verwandeln die Straßen Serbiens in offene Galerien unter freiem Himmel. Von den Blöcken Belgrads bis zu den versteckten Gassen kleinerer Städte werden Murals zu neuen Orientierungspunkten, Trefforten und Motiven für unvergessliche Fotos. Über die Street-Art-Szene, die das Gesicht urbaner Landschaften verändert, sprechen wir mit der Künstlerin TKV, deren Werke nicht nur Spuren an Wänden, sondern auch in der Erinnerung der Passanten hinterlassen.

Wie würdest du die Street-Art-Szene in Serbien in einem Satz beschreiben?

Die Szene hat sich seit den 1990er-Jahren schrittweise entwickelt und ihren eigenen Stil und ihre Handschrift aufgebaut. Viele Dinge haben sich im Laufe der Zeit verändert, und Serbien hat einen globalen Trend aufgeholt, der anderswo bereits im Entstehen war. Heute hat Serbien fantastische Street-Art- und Graffiti-Künstler – von Niš bis Subotica. Mein Lieblingsbeispiel ist das DUK-Festival, das seit bereits zehn Jahren in Čačak stattfindet. DUK ist das beste Beispiel dafür, wie Kunst eine Stadt und ihre Bürger beeinflusst und warum es wichtig ist, Kultur und Kunst im öffentlichen Raum zu pflegen. Werke heimischer und internationaler Künstler schmücken heute mehr als zehn Orte in Čačak.

 

Unterscheidet sich die Energie Belgrads von der von Novi Sad, Niš oder kleineren Städten, wenn es um Murals geht?

Das Umfeld, in dem Street Art entsteht, bestimmt ihr Tempo, ihren Stil und ihre Richtung. Deshalb kann man in jeder Stadt etwas anderes sehen. Manche Künstler haben einen so ausgeprägten Stil, dass er zur Signatur des Ortes wird, der sie geprägt hat.

Wenn du einen Ort für ein Mural auswählst, „fühlst“ du zuerst die Wand oder die Geschichte der Stadt?

Nicht immer. Manchmal ist es einfach ein Moment und meine persönliche Perspektive. Ich glaube, dass meine innere Welt meine Arbeiten am stärksten prägt. Belgrad ist meine Stadt und inspiriert mich immer wieder, etwas Neues zu schaffen.

 

Gibt es eine Stadt in Serbien, die dich besonders inspiriert hat, und warum?

Ich hatte die Gelegenheit, in ganz Serbien zu malen, und jeder Ort hat mir eine neue Erfahrung und Perspektive gegeben. Durch Eingriffe im öffentlichen Raum bekommt man die Möglichkeit, eine Stadt wirklich kennenzulernen. Das bringt eine Art Suche mit sich, die Neugier weckt und die Chance gibt, Dinge auf eine andere Weise zu sehen.

 

Inwieweit ist Street Art heute Teil des touristischen Erlebnisses einer Stadt? Können Murals zu einer urbanen Attraktion werden?

Murals sind bereits eine urbane Attraktion. Es gibt organisierte Street-Art-Touren, aber auch Menschen, die selbstständig nach neuen Werken suchen. Meine Lieblingstour wird von Ljiljana Radošević geführt, einer Kunsthistorikerin und der größten Expertin für Street Art und Graffiti in Serbien.

Welche Botschaft möchtest du Passanten am häufigsten mit deinen Murals vermitteln?

Wenn ich eine Botschaft wählen müsste, dann wäre es: In einer Gesellschaft, die dauerhaft grausam ist, ist Sanftheit sehr punk.

 

Gab es eine Situation, in der dir die lokale Gemeinschaft geholfen oder auf ungewöhnliche Weise reagiert hat?

Das Wichtigste bei Street Art ist die Gemeinschaft. Ohne Gemeinschaft existiert sie nicht. Es gibt viele Beispiele und viele Gemeinschaften, die nicht nur bei der Entstehung von Murals geholfen haben, sondern auch als Inspiration dienten.

 

Was war der ungewöhnlichste oder herausforderndste Ort, an dem du gearbeitet hast?

Die Silos!

Das Bemalen dieser beiden Murals hat mir viele Dinge beigebracht – von technischen über kreative bis hin zu persönlichen Erfahrungen. Ich denke, diese Erfahrung hat mir gezeigt, wie viel ich erreichen kann und welche Stärke ich in mir trage.

Ist Street Art in Serbien heute eher Kunst, Aktivismus oder die visuelle Identität einer Stadt?

Alle drei zusammen machen eigentlich Street Art aus.

Wenn du jede beliebige Wand in Serbien bemalen könntest – wo wäre sie und was würdest du darauf malen?

Ich bin in Neu-Belgrad aufgewachsen, und es wäre definitiv der Genex-Turm. Ich bin mir nicht ganz sicher, was ich genau malen würde, aber es wäre mit Geschichten aus Neu-Belgrad verbunden.

Personalausweis

The Kraljica Vila – Trägerin des Ordens der Ritter der Kunst

 

Lieblingsfarbe: Blau

Lieblingsmaler: Van Gogh

Sternzeichen: Zwillinge

Künstlerische Leiterin: Pyramid Festival

Gründerin: All Girls Street Art

Instagram: @kraljica_vila

*Translation powered by AI

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